Vogelsberger Dom

Homepage der ev. Kirchengemeinde Unterreichenbach

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Geschichte

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Die erste Erwähnung der Kirche wie auch des Dorfes Unterreichenbach überhaupt stammt aus dem 9. Jahrhundert. Unterreichenbach war im Mittelalter ein bedeutender Ort, der sogar befestigt war (heute sind am Ortsausgang nach Oberreichenbach noch Reste der Mauer zu sehen). Das Dorf war Gerichtsort des "Gerichtes Reichenbach" und auch kirchlich der Mittelpunkt eines großen Kirchspiels. Das Gebiet umfasste ungefähr die Fläche der heutigen Großgemeinde Birstein und ging noch darüber hinaus. Patron von Kirchspiel und Pfarrei Unterreichenbach war der Abt des Klosters Fulda.

Von ihm wurde die Pfarrstelle besetzt, die mit Geld- und Naturalieneinkünften gut ausgestattet war und zu den bestdotierten Pfarrstellen im Vogelsberg und im Fuldaer Land zählte.

Bis zur Reformation änderte sich daran nichts, erst dann wurde das größer gewordene Birstein als selbstständige Gemeinde vom Kirchspiel abgetrennt; später wurde auch Kirchbracht und Lichenroth mit den dazugehörenden Dörfern selbstständig und das Kirchspiel bekam ungefähr den heutigen Umfang (1948 kam noch Hettersroth von Unterreichenbach zu Birstein).

Die lutherische Reformation wurde in dem ganzen Isenburgischen Land, auch in Unterreichenbach (Unterreichenbach gehörte zur Grafschaft Isenburg-Birstein), in den 1530er und -40er Jahren allmählich eingeführt. Einen Einschnitt brachte dagegen das Jahr 1596: Der damalige Graf führte anstelle des lutherischen in seinem Land das reformierte Bekenntnis ein und setzte die entsprechende Lehre und Gottesdienst zum Teil gewaltsam und zunächst gegen den Willen der Bevölkerung durch. So wurde auch in Unterreichenbach der lutherische Pfarrer vertrieben und durch einen reformierten ersetzt.

Reformierter Gottesdienst und reformierte Tradition prägten seitdem die Gemeinde und sind noch heute in manchen Tauf- und Abendmahlstraditionen spürbar. Deutlich wird dies gerade an der heutigen Unterreichenbacher Kirche, deren Bau in die Zeit des rein reformierten Kirchenwesens fällt und reformierte Lehre widerspiegelt.

Allerdings gilt hier wie im ganzen Hanauer Land seit 1818 die Union von Reformierten und Lutheranern. Ungefähr genauso lange gehört die Kirchengemeinde aufgrund veränderter politischer Verhältnisse auch bereits zur kurhessischen Landeskirche (Isenburg-Birstein hatte seine Selbstständigkeit verloren und war zu Kurhessen gekommen).

Genau genommen muss man eigentlich bis 1950 von dem "Kirchspiel" Unterreichenbach sprechen, das aus der "Muttergemeinde" Unterreichenbach (mit Oberreichenbach, Radmühl, Fischborn und - bis 1948 - Hettersroth und Höfen) bestand und aus der "Filialgemeinde" Untersotzbach (mit Obersotzbach und Schönhof). Dann wurde alles zu einer Kirchengemeinde zusammengefasst mit nur einem gemeinsamen Kirchenvorstand und einer gemeinsamen Kasse.

Heute, nachdem die kleinen Dörfer in der Region zu kommunalen Großgemeinden zusammengefasst sind, gibt es auch mit den Nachbarkirchengemeinden in den Kommunen und mit den Kommunen selbst (Birstein und Freiensteinau) eine regelmäßige Zusammenarbeit in einzelnen Projekten (Frauenarbeit, Angebote für Kinder usw.)

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 03. Oktober 2009 um 16:34 Uhr